Synology RS2423+ im Alltag: Warum ich froh über zwölf Einschübe bin

Was mir der Wechsel von einer DS916+ zur RS2423+ gebracht hat – und warum getrennte Speicheraufgaben wichtiger wurden als möglichst viele Terabyte.

Leicht schräge Frontansicht der Synology RS2423+ mit zwölf Laufwerkseinschüben und grün leuchtenden Status-LEDs in einem Serverschrank.
TECHNIK

Zwölf Laufwerkseinschübe klangen für mich zunächst nach zu viel. Meine alte Synology DS916+ hatte vier, funktionierte zuverlässig und beherbergte sogar Home Assistant als virtuelle Maschine. Acht Einschübe wären schon eine Verdoppelung gewesen. Die Wahl der RS2423+ mit zwölf Bays war damals vor allem Bauchgefühl – und ich fragte mich durchaus, ob ich damit übertreibe.

Für meinen heutigen Aufbau würden acht Einschübe reichen. Die vier zusätzlichen sind keine bereits verplante Erweiterung, sondern Reserve für künftige Datenmengen. Beim Kauf hatte ich keine konkrete Erweiterung im Kopf, die zwölf Plätze zwingend gemacht hätte. Im Nachhinein bin ich trotzdem sehr froh über den offenen Spielraum.

Warum zwölf Einschübe und wie ich sie aufteile

Die RS2423+ habe ich selbst gekauft und inzwischen mehrere Monate im Alltag genutzt. Sie ist derzeit über 1-Gbit-Ethernet angebunden; Laborwerte oder kontrollierte Vergleichsmessungen habe ich nicht erhoben.

Meine Aufteilung entstand aus Vorsorge, nicht als Reaktion auf einen Datenverlust oder eine Störung. Jeder Pool hat eine klare Aufgabe und einen persönlichen Grund:

  • Zwei gespiegelte SSDs tragen die Home-Assistant-VM und meine Container-Anwendungen. Hier sind mir schnelle Reaktionen wichtiger als viel Kapazität.
  • Zwei gespiegelte HDDs enthalten besonders wichtige Daten, darunter Dokumente sowie private Familienfotos und -videos. Dieser eigene, überschaubare Bereich lässt sich für mich klar von den größeren Beständen trennen.
  • Drei HDDs im RAID 5 nehmen größere Datenbestände und Medien auf. Auch diese Daten sind wichtig; mit drei Laufwerken bietet der Pool mehr nutzbare Kapazität als die Spiegelung. Wenn ich den integrierten 10-GbE-Anschluss später nutze, möchte ich aus diesem Bereich möglichst viel Durchsatz herausholen. Das ist mein Ziel, keine bereits beobachtete oder gemessene Eigenschaft.
  • Eine einzelne HDD ist für fortlaufende Kameraaufzeichnungen reserviert. So bleiben die dauernden Schreibzugriffe vom allgemeinen Datenpool getrennt; Redundanz bietet diese Platte bewusst nicht.
  • Vier Schächte sind derzeit frei. Sie bleiben offene Reserve, weil ich heute nicht weiß, welche Datenmengen in den nächsten Jahren dazukommen.

„Gespiegelt“ bedeutet bei RAID 1: Dieselben Daten liegen auf zwei Laufwerken. RAID 5 verteilt Daten und Prüfinformationen über mindestens drei Laufwerke. Beide Varianten können hier den Ausfall eines beteiligten Laufwerks verkraften. Fällt die einzelne Aufzeichnungsplatte aus, können die dort gespeicherten Aufnahmen verloren sein.

Die RS2423+ besitzt zwölf Einschübe für 3,5-Zoll-SATA-HDDs oder 2,5-Zoll-SATA-SSDs. Vor dem Laufwerkskauf gehört trotzdem ein Blick in die aktuelle Synology-Kompatibilitätsliste.

Neutrale Home-Assistant-Übersicht mit vier Volumes und deren prozentualer Belegung Grafik vergrößern
Die Home-Assistant-Ansicht zeigt die vier Volumes und ihre Belegung als Momentaufnahme.

Was sich technisch zwischen den Geräten änderte

Die Gegenüberstellung verbindet Herstellerdaten mit der Rolle beider Geräte bei mir. Die Angaben stammen aus den offiziellen Datenblättern der DS916+ und der RS2423+.

Seitliche Ansicht der aus dem Rack gezogenen Synology RS2423+ mit sichtbarer Führungsschiene und Laufwerkseinschüben Foto vergrößern
Für den Zugang zum Gehäuse lässt sich die RackStation auf ihren Schienen aus dem Rack ziehen.
Merkmal DS916+ RS2423+
Geräteklasse Desktop-DiskStation 2-HE-RackStation
Einschübe 4 intern, bis zu 9 mit einer DX513 12 intern, bis zu 24 mit einer RX1223RP
Prozessor Intel Pentium N3710, 4 Kerne, 1,6 bis 2,56 GHz AMD Ryzen V1780B, 4 Kerne/8 Threads, 3,35 bis 3,6 GHz
Arbeitsspeicher 2 oder 8 GB DDR3 8 GB DDR4 ECC, bis zu 32 GB
Netzwerk 2 × 1GbE 2 × 1GbE und 1 × 10GbE integriert; weitere Netzwerkoptionen über PCIe
Rolle bei mir Daten und Dienste einschließlich Home-Assistant-VM Getrennte Pools für schnelle Dienste, wichtige Daten, Medien und Aufzeichnungen

Die spätere Nutzung der integrierten 10-GbE-Schnittstelle ist mein Ziel, aber noch kein belegter Vorteil. Momentan begrenzt die 1-Gbit-Verbindung jeden praktischen Durchsatzvergleich.

Der Anschluss allein macht eine Übertragung außerdem nicht automatisch zehnmal schneller: Laufwerke, Pool, Gegenstelle und Datenart spielen ebenfalls eine Rolle. Für meine Kaufentscheidung war wichtig, diese Option ohne zusätzliche Netzwerkkarte im Gerät zu haben – nicht ein bestimmter versprochener Durchsatz.

Migration ohne besondere Stolpersteine

Für den Wechsel von der DS916+ nutzte ich Synologys Migration Assistant. Der technische Umzug verlief bei mir unauffällig; konkrete Stolpersteine, aus denen sich ein eigener Migrationsratgeber ableiten ließe, gab es nicht. Ich arbeitete Fotos, Kameraaufzeichnungen, Multimedia und Dienste nacheinander ab und kontrollierte jeweils, ob alles am Ziel funktionierte.

Vor einem ähnlichen Wechsel würde ich wieder zuerst Bestand und Backup prüfen, die gewünschte Pool-Aufteilung festlegen und danach jeden wichtigen Dienst einzeln testen. Die offiziellen Spezifikationen des Migration Assistant zeigen, was je nach Geräten und DSM-Version unterstützt wird.

Was ich im Alltag wirklich merke

Der greifbarste Unterschied ist Home Assistant. Die virtuelle Maschine reagiert auf dem neuen System deutlich schneller und bootet gefühlt in ungefähr 30 Sekunden vollständig. Auf der DS916+ waren es eher rund fünf Minuten.

Das ist eine subjektive Größenordnung aus meinem Alltag, kein kontrollierter Benchmark. Mit dem NAS wechselten zugleich Prozessor, Arbeitsspeicher und Laufwerkstyp. Ich kann den Unterschied deshalb nicht seriös nur den SSDs zuschreiben. Für mich zählt trotzdem das Ergebnis: Neustarts bremsen deutlich weniger, und die Bedienung fühlt sich flotter an.

Die Nachteile gehören zur Entscheidung

Die RS2423+ war in der Anschaffung teurer als meine DS916+ und ist mit mehreren Laufwerken und ihren Lüftern deutlich lauter. Das ist kein Gerät, das ich neben den Schreibtisch stellen wollte. Bei mir steht es außerhalb des Wohnbereichs; dort stört die Lautstärke praktisch nicht.

Die gesamte Netzwerktechnik hängt an einer in Home Assistant erfassten Steckdose. Seit dem Wechsel liegt der Idle-Verbrauch der gemeinsam gemessenen Netzwerktechnik um einige Watt höher. Wie viel davon allein auf die RS2423+ entfällt, habe ich nicht separat gemessen.

Die Verteilung auf mehrere Pools empfinde ich derzeit dagegen nicht als Nachteil. Alles passt in die vorgesehenen Bereiche, und es gibt genug Reserve. Das kann bei anderer Belegung anders aussehen, ist bei meinem aktuellen Stand aber kein Problem.

Warum die Aufzeichnungsplatte kein Stromspartrick ist

Die eigene HDD für Surveillance Station trennt dauernde Videozugriffe vom allgemeinen Datenpool. Sie garantiert aber weder, dass andere HDDs schlafen, noch dass das Gesamtsystem wenig Strom braucht. Laufende Pakete können Laufwerke aktiv halten oder wieder wecken; Synology nennt in seiner Übersicht zu Hibernation-Hindernissen unter anderem Container Manager, Virtual Machine Manager, Surveillance Station und Synology Photos.

Die einzelne Platte dient bei mir also der sauberen Trennung der Aufzeichnungen – nicht dem Stromsparen.

Mehr Pools und RAID sind noch kein Backup

Die Aufteilung erlaubt verschiedene Redundanzkonzepte. Sie schützt aber nicht vor versehentlichem Löschen, beschädigten Dateien, Schadsoftware, Diebstahl oder einem Ausfall des gesamten NAS. Auch mehrere Pools im selben Gehäuse bleiben von gemeinsamer Hardware und demselben Standort abhängig.

Ein Backup ist eine zusätzliche, getrennte und wiederherstellbare Kopie. Ein intaktes RAID ersetzt sie nicht – darauf weist Synology auch in der Erläuterung zu SHR und RAID hin.

Fazit: Nicht nur Terabyte zählen

Die zwölf Einschübe sind für mich sinnvoll, weil mehrere klar getrennte Aufgaben zusammenkommen: schnelle VM- und Container-Dienste, besonders wichtige Daten, ein größerer Medienpool und fortlaufende Kameraaufzeichnungen. Dazu kommt eine echte Wachstumsreserve für Datenmengen, die ich heute noch nicht kenne.

Wer hauptsächlich Dateien zentral ablegen und nur wenige Dienste betreiben möchte, braucht dafür keine RackStation mit zwölf Bays. Ein kleineres NAS kann dann günstiger, sparsamer und leiser die vernünftigere Wahl sein. Meine Kauflehre lautet deshalb: nicht nur Terabyte zählen, sondern Aufgaben, Redundanzbedarf und realistische Reserve.

Praxisstand: 5. September 2026.

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