Angefangen hat alles mit einem Kugelgrill. Heute stehen auf der Terrasse eine selbst gebaute Outdoorküche und direkt daneben ein großer Holzbackofen. Dazwischen liegen viele Planungsstunden, schwere Granitsteine und einige Entscheidungen, die ich heute anders treffen würde.
Seit Sommer 2020 nutzen wir die Küche regelmäßig. Nach rund sechs Jahren lässt sich gut unterscheiden, was sich im Alltag bewährt hat und welche Entscheidungen den Bau unnötig mühsam machten.
Vom Kugelgrill zur eigenen Küche
Als wir 2015 in unser Haus eingezogen sind, gehörte ein Weber-Kugelgrill zu meinen ersten Wünschen. Ich grillte klassisch mit Holzkohle, probierte Rezepte aus und verbrachte gerne Zeit am Grill. Die Vorbereitung fand trotzdem überwiegend im Haus statt: Zutaten schneiden, Werkzeug zusammensuchen, alles hinaustragen – und wieder hineinlaufen, weil doch etwas fehlte.
Später kam ein größerer Gasgrill von Weber dazu. Ich wollte bequemer und spontaner grillen. Fast ebenso wichtig wie der Grill selbst wurden für mich die Ablageflächen links und rechts. Plötzlich konnte ich etwas abstellen und kleinere Arbeiten direkt draußen erledigen. Ein kleiner IKEA-Beistellwagen aus Holz mit Metallarbeitsfläche brachte zusätzlichen Platz.
Das war bereits deutlich angenehmer, zeigte mir aber auch die Grenze dieser Lösung. Je mehr ich draußen vorbereitete, desto klarer wurde: Zwei seitliche Ablagen und ein Wagen ersetzen keine vernünftige Arbeitsfläche. Ende 2019 begann ich deshalb, mich intensiver mit Outdoorküchen zu beschäftigen. Ich sah mir Videos an, las Webseiten und vor allem viele dokumentierte Eigenbauprojekte in Foren. Aus dem Wunsch nach mehr Ablage wurde nach und nach der Plan für eine richtige Küche auf der Terrasse.
Erst die Abläufe, dann der Bau
Bei der Ausstattung hatte ich bald ein klares Bild. Ich wollte draußen grillen, kochen, vorbereiten und die oft benötigten Dinge direkt zur Hand haben. Geplant waren ein großer Gasgrill, ein separates Gaskochfeld, eine Spüle mit Warm- und Kaltwasser, ein Kühlschrank, Stauraum hinter Türen und in Schubladen sowie möglichst viel Arbeits- und Ablagefläche.
Ich wollte deshalb nicht jeden freien Zentimeter mit Geräten füllen. Zwischen Grill, Kochfeld und Spüle brauchte ich Flächen, auf denen Zutaten, Bretter und heiße Pfannen stehen können, ohne den nächsten Arbeitsschritt zu blockieren.
Das Gaskochfeld wollte ich etwa nutzen, um nebenbei Zwiebeln anzurösten oder etwas in einem Topf zu erhitzen. Spüle und Kühlschrank gehörten für mich ebenfalls von Anfang an dazu. In den Schubladen und hinter den Türen liegen Messer, Schneidbrett, Schere und weiteres Zubehör dort, wo ich es brauche. Zutaten muss ich weiterhin nach draußen bringen, aber viele der kleinen Wege entfallen.
Der Standort war schnell gefunden: Auf der Terrasse gab es eine freie Ecke. Die Anschlüsse verlangten deutlich mehr Planung. Nach dem Abwägen verschiedener Möglichkeiten ließ ich Warm- und Kaltwasser von einem Installateur aus der Garage zur künftigen Küche verlegen. Bevor diese Arbeit beginnen konnte, musste die Position der Spüle feststehen.
Auch Strom berücksichtigte ich früh – für Kühlschrank, Drehspieß, kleine Küchengeräte und Beleuchtung. Ein Stabmixer ist vielleicht nicht das Erste, woran man bei einem Grillplatz denkt. Sobald draußen aber wirklich gekocht wird, gehören solche Geräte zu den möglichen Abläufen.
Die wichtigste Planungsfrage war deshalb nicht: Wie soll die Küche aussehen? Wichtiger war: Was mache ich an welcher Stelle? Wo schneide ich, wo stelle ich eine heiße Pfanne ab, wo brauche ich Wasser, wie groß soll der Kühlschrank sein, und welche Wege möchte ich vermeiden? Aus diesen Abläufen ergaben sich die Positionen von Geräten, Spüle, Stauraum und freien Flächen.
Der Bau mit massiven Granitsteinen
Ursprünglich wollte ich den Unterbau aus Porenbetonsteinen herstellen und anschließend verkleiden. Damals war ich unsicher, wie sich meine geplante Konstruktion draußen bei Feuchtigkeit und Frost verhalten würde. Im Baumarkt entdeckte ich schließlich massive Granitsteine und entschied mich für diese Variante.
Nach meiner Erinnerung waren die Steine ungefähr 14 Zentimeter stark. Ihr Gewicht machte den Bau körperlich anstrengend. Noch mühsamer war der Zuschnitt: Massiven Granit zu schneiden und immer wieder anzupassen bedeutete viel Arbeit und erheblichen Staub.
Ich verband die Steine mit einem dafür vorgesehenen Spezialkleber. Besonders viel Tüftelei steckte in den Öffnungen für Türen und Schubladen. Über den Öffnungen kamen Stürze beziehungsweise „Überlager“ zum Einsatz, die ich mit dünneren, optisch passenden Granitverblendern kaschierte.
Die Einbauteile lagen vor dem Mauern bereit
Grill, Türen und Schubladen bestellte ich so rechtzeitig, dass sie beim Bau tatsächlich vor Ort waren. Das war eine meiner besten Entscheidungen.
Zeichnungen und Datenblätter lieferten die Grundlage. Trotzdem wollte ich jedes Teil in die Hand nehmen, an seine spätere Position halten und die reale Befestigung sehen: Wie groß muss die Öffnung sein? Wo sitzt der Rahmen? Welcher Platz wird seitlich benötigt? So konnte ich Öffnungen und Befestigungen direkt an den tatsächlichen Bauteilen abgleichen. Das verlangt frühe Entscheidungen und vorübergehend Lagerplatz, aber gerade bei einem Material, das sich nur mühsam korrigieren lässt, würde ich diesen Ablauf wieder genauso wählen.
Die Arbeitsplatte: Granit statt Beton
Für die Arbeitsplatte hatte ich lange selbst gegossenen Beton in Sichtbetonoptik im Kopf. Am Ende entschied ich mich für die teurere Lösung aus Granit.
Wir suchten den Stein in einem Schauraum aus. Der Anbieter nahm anschließend die fertigen Maße vor Ort auf. Einige Wochen später lieferte er die zugeschnittene Platte und übernahm Montage und Verklebung. Auch die Rückwand gehörte dazu; die vorgesehenen Steckdosen waren bereits eingeplant.
Damit waren die Aufgaben klar verteilt: Den Unterbau baute ich selbst. Die Wasserleitungen übernahm ein Installateur, und die Arbeitsplatte blieb vom Aufmaß bis zur Montage beim Steinbetrieb. Nach ungefähr zwei bis drei Monaten Bauzeit war die Küche im Sommer 2020 einsatzbereit.
Was die Küche gekostet hat
Rückblickend schätze ich die damaligen Kosten auf rund 12.000 Euro. Darin enthalten waren die Küchenausstattung mit Gasgrill, Gaskochfeld und Kühlschrank, die Granitarbeitsplatte, das Baumaterial und die Arbeiten der beteiligten Fachbetriebe.
Das ist eine grobe Erinnerung an die Kosten im Jahr 2020, keine nachträglich rekonstruierte Abrechnung. Die später gebaute Überdachung und der Holzbackofen sind ausdrücklich nicht enthalten.
Drei Jahre ohne feste Überdachung
In dieser Zeit behalf ich mir mit Sonnenschirmen. Das funktionierte grundsätzlich, war aber umständlicher, als es klingt. Wenn ich den Schirm zu spät aufspannte, hatte die Sonne die Arbeitsplatte bereits stark erwärmt. Während des Kochens wanderte der Schatten mit dem Sonnenstand, und bei Regen half die improvisierte Lösung nur begrenzt.
Seit ungefähr drei Jahren steht die Küche unter einer ausreichend großen, festen Überdachung. Sie bringt Regenschutz und vor allem verlässlichen Schatten. Auch der Kühlschrank ist besser vor direkter Sonne geschützt.
Die Pizza-Leidenschaft kam später
Als ich die Küche plante, standen Gasgrill und Gaskochfeld im Mittelpunkt. Meine Begeisterung fürs Pizzabacken entwickelte sich erst nach der Fertigstellung. Heute steht ein großer Holzbackofen direkt neben der Küche, ebenfalls unter dem Dach.
Hätte ich 2019 gewusst, welchen Stellenwert Pizza einmal bekommen würde, hätte ich den Pizzaofen zumindest früher in die Gesamtplanung einbezogen. Ob er sich sinnvoll in die Küche hätte integrieren lassen, kann ich rückblickend nicht sagen. Der Platz wäre eine Herausforderung gewesen, und die heutige Lösung neben der Küche funktioniert für mich sehr gut.
Die Arbeitsflächen nutze ich zum Vorbereiten und Belegen. Wenn Freunde oder Familie kommen, bereite ich regelmäßig zwölf bis achtzehn Teiglinge vor und backe eine Pizza nach der anderen. Gerade bei solchen Abenden zeigt sich, wie wertvoll freie Fläche ist. Wie ich bei großer Sommerhitze mit Teig und der warmen Granitplatte umgehe, beschreibe ich im Artikel Pizza backen bei 30 Grad und mehr.
Was im Alltag den größten Unterschied macht
Vor dem Bau wurde ich öfter gefragt, ob man so eine Küche wirklich braucht. Natürlich ist sie Luxus. Für uns hat sich aber schnell gezeigt, dass wir sie nicht nur anschauen, sondern häufig nutzen.
Im Alltag ist die Outdoorküche längst mehr als ein Platz zum Grillen. Wir nutzen sie bei Poolpartys, Geburtstagsfeiern, Pizzaabenden und Grillpartys – aber auch für einen Brunch. Gerade bei solchen Anlässen zeigt sich ihr größter Vorteil: Vorbereitung, Getränke und Essen bleiben draußen, dort, wo auch die Gäste sind.
Früher saßen im Sommer alle draußen, während die Person, die das Essen vorbereitete, drinnen in der Küche stand. Heute kann ich schneiden, kochen und anrichten und gleichzeitig Teil der Gespräche bleiben. Das ist für mich der eigentliche Gewinn: Kochen und Zusammensitzen finden am selben Ort statt.
Ganz ohne Vorbereitung geht es nicht. Zutaten bringe ich vorher hinaus, und nach dem Essen wird aufgeräumt und geputzt. Bei Pizzaabenden verteilen sich Mehl und Semola genauso zuverlässig wie in einer Küche im Haus. Der Unterschied ist, dass Getränke, Werkzeug, Arbeitsfläche, Grill und Ofen dort sind, wo auch der gemeinsame Abend stattfindet.
Wir verbringen viele Abendessen und Feiern auf der Terrasse. Getränke sind gekühlt, am Grill oder im Holzbackofen entsteht das Essen, und für die meisten Arbeitsschritte muss niemand für längere Zeit ins Haus verschwinden. Gerade mit mehreren Gästen verändert das den ganzen Ablauf.
Seit dem Bau der Outdoorküche kennen wir auch keine klassische Grillsaison mehr. „Grillsaison eröffnet“ ist bei uns Geschichte: Grill und Holzbackofen bleiben einsatzbereit, deshalb wird auch im Winter spontan gegrillt und regelmäßig Pizza gebacken.
So kommt die Küche durch den Winter
Vor dem Winter stecke ich den Kühlschrank aus und lasse seine Tür einen kleinen Spalt offen, damit sich keine unangenehmen Gerüche oder Schimmel bilden. Unempfindliche Dinge bleiben draußen; die Küche selbst steht das ganze Jahr an ihrem Platz.
Das Entleeren der Leitungen über das vorhandene Auslassventil und das Ausräumen von Salz, Pfeffer, Gewürzen und anderen Vorräten gehören bei mir jedes Jahr zur Wintervorbereitung.
Was ich heute anders machen würde
Der Granitunterbau und die Granitplatte haben sich nach rund sechs Jahren sehr gut bewährt. Mit dem Ergebnis bin ich weiterhin zufrieden. Dass ich heute anders bauen würde, liegt nicht am fertigen Unterbau, sondern am Aufwand auf dem Weg dorthin.
Trotzdem würde ich nicht noch einmal mit diesen massiven Granitsteinen bauen. Gewicht, Zuschnitt und Staub machten den Eigenbau ausgesprochen mühsam. Heute würde ich den Unterbau aus Porenbeton, etwa Ytong, errichten und anschließend mit passenden Verblendern verkleiden. Gebaut und über Jahre erprobt habe ich diese Alternative nicht; Ausführung und Feuchteschutz müssten daher sauber geplant werden.
Auch bei den Schranktüren würde ich heute eine hochwertigere Ausführung wählen.
Zusätzlich würde ich etwas mehr Spielraum für spätere Wünsche lassen. Nicht jede neue Leidenschaft lässt sich vorhersehen. Genügend Arbeitsfläche, erreichbare Anschlüsse und eine nicht völlig ausgereizte Planung helfen aber, wenn sich die Nutzung weiterentwickelt.
Meine wichtigsten Lehren nach sechs Jahren sind deshalb ziemlich bodenständig:
- Die eigenen Koch- und Arbeitsabläufe gehören vor die Materialentscheidung.
- Einbauteile sollten vor dem Bau physisch bereitliegen und direkt abgeglichen werden.
- Wasser, Strom und die Überdachung müssen früh berücksichtigt sein.
- Arbeits- und Ablagefläche ist im Alltag wertvoller als eine möglichst lange Geräteliste.
Mein Fazit nach sechs Jahren
Ich würde wieder eine Outdoorküche bauen. Nicht weil sie notwendig wäre, sondern weil ich beim Schneiden, Kochen und Anrichten nicht mehr zwischen Küche und Gästen verschwinde.
Draußen entsteht das Essen, und ich bleibe mitten im gemeinsamen Abend. Genau das ist für mich nach sechs Jahren ihr größter Wert.
Erfahrungsstand: September 2026.
