Mein Smart Home: Wie Home Assistant unser Haus verbindet

Warmwasser mit PV, Beregnung nach Regen und Beschattung bei Hitze: So übernimmt unser Smart Home Aufgaben im Alltag – mit Home Assistant und EVCC.

Mein fest montiertes Wandtablet mit einem Home-Assistant-Dashboard für PV-Erzeugung, Hausverbrauch, Netzfluss und Batteriespeicher.
TECHNIK

Heute reagieren unsere Rollläden auf die Helligkeit, und morgens bekomme ich Wetter, Termine und Hausinformationen zusammengefasst. Angefangen hat das alles mit der Gebäudeautomation beim Hausbau. Bis zum heutigen Aufbau habe ich einiges ausprobiert – und manches davon wieder entfernt.

Was das Haus für mich übernimmt

Warmwasser mit PV

Wann?
Wenn tagsüber genügend PV-Überschuss vorhanden ist. Bleibt er aus, gibt es eine zeitgesteuerte Ersatzfreigabe.
Was passiert?
Home Assistant gibt die Warmwasserbereitung frei und beendet die Freigabe nach dem Heizlauf.
Was bringt es?
Passenden Solarstrom für Warmwasser nutzen, ohne allein von Sonnenschein abhängig zu sein.

Poolpumpe einplanen

Wann?
In der Poolsaison, wenn PV-Prognose, Überschuss, Akkustand und noch offene Laufzeit zusammenpassen.
Was passiert?
Home Assistant berechnet das Tagesziel aus der Wassertemperatur und startet oder stoppt die Pumpe in passenden Zeitfenstern.
Was bringt es?
Filterlauf und Solarzeiten abstimmen. An schwachen Solartagen kann Laufzeit offen bleiben.

Mehr zu meiner Poolsteuerung

Beregnung im Sommer

Wann?
In der Beregnungssaison, wenn in den letzten 36 Stunden wenig Regen gefallen ist und für die nächsten 36 Stunden kein nennenswerter Regen erwartet wird.
Was passiert?
Home Assistant startet die Beregnung, wenn die Regenbedingungen passen, keine manuelle Sperre aktiv ist und die benötigten Zonen verfügbar sind. Andernfalls bleibt sie aus.
Was bringt es?
Den Garten bei Trockenheit versorgen und unnötiges Bewässern nach Regen vermeiden.

Guten Morgen

Wann?
Wenn morgens Bewegung im Haus erkannt wird, jemand von uns wach ist und der Ablauf noch nicht gestartet wurde.
Was passiert?
Eine Ansage fasst Wetter, Kalender und Hausdaten zusammen. Die Rollläden folgen abhängig von Tageslicht und Wachzustand.
Was bringt es?
Den Morgenüberblick bekommen, ohne mehrere Apps zu öffnen.

Tag und Nacht

Wann?
Wenn es draußen längere Zeit dunkel oder wieder hell wird.
Was passiert?
Home Assistant setzt einen gemeinsamen Tageszustand. Beim Wechsel zur Nacht schaltet ein daran gekoppelter Ablauf die Außenbeleuchtung ein.
Was bringt es?
Das Außenlicht richtet sich nach der Dämmerung statt nach einer starren Uhrzeit.

Beschattung bei Hitze

Wann?
Wenn bei eingeschalteter Beschattungsautomatik je nach Hausseite direkte Sonne und Wärme zusammenkommen.
Was passiert?
Ausgewählte Rollläden beschatten die betroffene Seite. Manuelle Eingriffe werden berücksichtigt.
Was bringt es?
Direkte Sonne und Wärmeeintrag begrenzen.

E-Autos mit EVCC laden

Wann?
Wenn sich beim Laden PV-Angebot oder Ladebedarf ändern oder beide Autos angeschlossen sind.
Was passiert?
EVCC regelt die Ladeleistung im gewählten Modus. Home Assistant ordnet die Ladereihenfolge nach Ladezustand und laufender Ladung.
Was bringt es?
Eigenen Solarstrom nutzen und dem Familienauto bei Bedarf Vorrang geben.

Mehr zur Ladesteuerung unserer Autos

Reinigung beim Verlassen

Wann?
Wenn ich tagsüber die Abwesenheitsfunktion aktiviere und an diesem Tag noch keine Reinigung angestoßen wurde.
Was passiert?
Der Roborock beginnt automatisch, das Erdgeschoss zu saugen.
Was bringt es?
Die Reinigung ist für unsere Abwesenheit vorgesehen und stört uns damit im Alltag seltener.

Vom Vimar-Bus zu Home Assistant

Beim Hausbau entschieden wir uns für ein Vimar-Bussystem. Damit konnten wir die Lichter und die vielen elektrischen Rollläden zuverlässig bedienen. Schwierig wurde es, wenn ich die Abläufe ändern oder die Helligkeit draußen berücksichtigen wollte.

Dafür ließ ich einen Licht- und Windsensor von Eltako installieren. Der Elektriker band ihn über einen Kontakt in die vorhandene Steuerung ein. Das funktionierte. Für kleine Anpassungen musste ich allerdings wieder in die Konfiguration des Herstellers. Ich wollte solche Änderungen selbst ausprobieren können.

Mein Schwager nutzte damals bereits openHAB und KNX. Mit Hilfe aus der Community konnte ich meine Gebäudeautomation ebenfalls anbinden. Bei mir ging das über das vorhandene KNX-IP-Interface und die Gruppenadressen. Das beschreibt meine Anlage; bei anderen Vimar-Systemen kann die Anbindung anders aussehen.

Für die Sprachsteuerung hatte ich zuvor ein Angebot von rund 1.300 Euro für zusätzliche Hardware des Herstellers erhalten. Mit openHAB, dem vorhandenen Interface und viel Probieren bekam ich die Grundfunktion ohne dieses Gerät hin: Auf „Alexa, Licht Essbereich an“ schaltete sich das Licht tatsächlich ein.

Später wechselte ich zu Home Assistant. Damit konnte ich auch Informationen aus mehreren Systemen zusammenbringen. Beim Verlassen des Hauses oder am Tagesende können so zum Beispiel vergessene Verbraucher auffallen, ohne dass ich mehrere Apps öffnen muss.

Die Waschmaschinen-Erkennung habe ich wieder entfernt. Sie erkannte Zyklen und Programme im Alltag nicht zuverlässig genug. Auch ein früheres Beleuchtungsszenario passte irgendwann nicht mehr zu unserem Familienalltag und ist deshalb wieder weggefallen.

Ein proprietäres Bedienpanel für mehr als 2.000 Euro fiel nach einigen Jahren aus. Die damalige Gegensprechanlage hatte außerdem Verzögerungen, ein schwaches Bild und Störgeräusche. Heute ist mir ein austauschbares Tablet mit Home-Assistant-Dashboard lieber.

Wer heute welche Aufgabe übernimmt

Licht und Rollläden lassen sich weiterhin über die Gebäudeautomation bedienen. Home Assistant sammelt die Zustände und ergänzt Abläufe über mehrere Systeme hinweg. Huawei liefert die Werte für PV, Netz und Batterie. EVCC nutzt diese Daten zum PV-geführten Laden unserer Autos.

Home Assistant läuft als virtuelle Maschine, EVCC als Container. Beide sind auf derselben Synology RS2423+ untergebracht. Wie ich den Rechner und seinen Speicher nutze, beschreibe ich im Artikel „Synology RS2423+ im Alltag“.

Aufgaben im Überblick

Vier Rollen und ihre Verbindungen

Die Gebäudeautomation bleibt für Licht und Rollläden zuständig. Huawei liefert Energiedaten. Home Assistant verbindet die Systeme, EVCC steuert das PV-geführte Laden; beide laufen auf derselben Synology.

Grundfunktionen

Gebäudeautomation

Hält Licht und Rollläden vor Ort bedienbar.

Energiedaten

Huawei-PV-System

Stellt PV-, Netz- und Batteriewerte bereit.

Zustände und Energiedaten

Gemeinsamer Rechner

Synology RS2423+

Virtuelle Maschine

Home Assistant

Verbindet Zustände und ergänzt Komfortabläufe.

Container

EVCC

Übernimmt das PV-geführte Laden.

Home Assistant → Gebäudeautomation: zusätzliche Komfortbefehle

EVCC → Ladepunkte: PV-geführte Ladesteuerung

Die Grafik ordnet Daten, Steuerbefehle und Dienste ihren Rollen zu.

Ein gemeinsamer Zugang zu den Energiedaten

Die Huawei-Integration und EVCC greifen über denselben lokalen Modbus-Proxy auf das Huawei-System zu. Dieser läuft in meiner Home-Assistant-Umgebung. Fällt er oder die Verbindung aus, können beiden Anwendungen die Energiewerte fehlen. Meine Automationen behandeln solche Werte als unbekannt: unavailable bedeutet nicht 0 Watt.

Synology RS2423+ mit Laufwerkseinschüben und grünen Status-LEDs im Serverschrank. Foto vergrößern
Die Synology RS2423+ in meinem Serverschrank.

PV und Energie: wenn Spezialisten zusammenarbeiten

EVCC passt die Ladeleistung an die verfügbare Energie an. Wie ich das Laden unserer beiden Elektroautos organisiere, steht im Artikel zur Ladesteuerung.

Die Energiedaten nutze ich über Home Assistant auch an anderer Stelle. Beim Pool ist zum Beispiel zuerst wichtig, wie lange die Filterpumpe laufen muss. Danach geht es darum, möglichst passende PV-Zeiten dafür zu finden. Wie ich die Laufzeit über mehrere Abschnitte verteile, beschreibe ich in „Poolautomatisierung mit Home Assistant“.

Komfort und Ausfallgrenzen

Wenn Home Assistant ausfällt, fehlen diese zusätzlichen Abläufe. Licht und Rollläden bleiben über die vorhandene Gebäudeautomation bedienbar. Fällt dagegen die Synology aus, sind Home Assistant und EVCC beide betroffen.

Ein Teil der Funktionen braucht außerdem eine Internetverbindung. Das kann etwa Sprachassistenten, Kalender, Fahrzeugdaten oder die verwendeten KI-Modelle betreffen, auch wenn Home Assistant im Haus läuft.

Neue Automationen prüfe ich auch nach Neustarts und mit fehlenden Messwerten. Wenn eine Funktion ständig Aufmerksamkeit verlangt oder andere im Haus nervt, muss ich noch einmal daran arbeiten.

KI als Werkzeug im Alltag

Ductor, mein KI-Assistent, hilft mir beim Entwickeln, Prüfen und bei der Fehlersuche. Über Telegram gebe ich meinem KI-Agenten Aufgaben für die Haussteuerung und weitere angebundene Anwendungen, auch mit mehreren Arbeitsschritten. Ein Licht einzuschalten ist ein einfaches Beispiel dafür.

Die laufenden Hausautomationen übernimmt Home Assistant, das PV-geführte Laden EVCC. Je nach Aufgabe werden KI-Anfragen extern verarbeitet. Vorgeschlagene Änderungen schaue ich mir selbst an.

Was für mich bleibt

Die Gebäudeautomation vom Hausbau ist noch immer die Basis. Dazu sind Home Assistant, EVCC und viele eigene Anpassungen gekommen. Einiges davon nutze ich heute, anderes habe ich wieder entfernt. Auch künftig möchte ich die Dinge behalten, die uns im Alltag helfen.

Praxisstand: 29. September 2026. Redaktionsstand: 7. Oktober 2026.

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